Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum und innovative Verkehrskonzepte mit Matthias Gastel

Matthias Gastel von Bündnis 90/Die Grünen setzt sich in Schwäbisch Gmünd für nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum und innovative Verkehrskonzepte ein

Matthias Gastel, Mitglied des Bundestags und Sprecher für Bahnpolitik der Fraktion von Bündnis90/Die Grünen, besuchte kürzlich die Stadt Schwäbisch Gmünd, um sich über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen im Bereich der nachhaltigen Mobilität zu informieren. Gemeinsam mit weiteren Vertretern von Bündnis90/Die Grünen, darunter Martina Häusler, Mitglied des Landtags, Kreisvorsitzende Sabine Zilligen und Dario Thiem und Elmar Hägele, Mitglied des Kreistag, begab sich Gastel auf einen Rundgang durch die Stadt, um verschiedene Verkehrssituationen zu diskutieren.

Während des Rundgangs erörterte Matthias Gastel zusammen mit dem Radwege-Koordinator Herrn Stemke und dem Nachhaltigkeitsmanager Jan Fischer verschiedene Aspekte der Verkehrssituation in Schwäbisch Gmünd. Dabei wurden insbesondere die Problematik der Kappelgasse als Engpass für den Busverkehr sowie die Herausforderungen bei der Verkehrsführung für Radfahrer am Eingang der Schmiedgasse, einer der Hauptzufahrtsrouten in die Stadt, erläutert. Gastel betonte die Notwendigkeit einer verkehrsgerechten Gestaltung, die alternative Verkehrsmittel attraktiv macht. Als Beispiel führte er ein Bonusmeilenkonzept für alternative Verkehrsmittel sowie vergünstigtes Parken im Fehrle-Parkhaus anstelle innerstädtischer Parkplätze an.

Ein weiterer wichtiger Termin fand bei der OstalbMobil statt, bei dem der gesamte öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Ostalbkreis diskutiert wurde. Hier standen die Taktung der Busse und die Anpassung der An- und Abfahrzeiten zwischen Bus und Bahn im Mittelpunkt. Dario Thiem, der Grüne Kreisvorsitzende, betonte die Bedeutung eines guten ÖPNV-Angebots in allen Kommunen des Ostalbkreises, um allen Bürgern eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Er machte deutlich, dass Kommunen am Rande des Ostalbkreises nicht allein gelassen werden dürfen und dass ein gutes ÖPNV-Angebot zu den Kreisstädten auch von dort aus erreichbar sein sollte.

Wichtige Informationen, speziell auch zum Verkehr auf der Schiene, wurden bei weiteren Terminen mit Vertretern des Regionalverbands Ostwürttemberg und Richard Arnold, dem Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd, ausgetauscht.

Am Abend fand im Grünen Wohnzimmer eine informative Abendveranstaltung zum Thema nachhaltige Mobilität statt. Zahlreiche interessierte Bürger nahmen daran teil. Matthias Gastel präsentierte verschiedene alternative Verkehrsmittel und diskutierte über die Zukunft der Mobilität in Schwäbisch Gmünd und den umliegenden Orten. Dabei betonte er die Bedeutung einer barrierefreien Gestaltung der Busse und regte die Entwicklung einer App an, die den Ticketkauf, die Fahrplanauskunft und den on-demand Verkehr integriert. Zudem sprach er sich für die Einrichtung digitaler Haltestellenanzeigen an größeren Busknotenpunkten aus.

In seinem Vortrag stellte Matthias Gastel innovative Lösungen vor, die zu einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung beitragen können. Dazu gehörten die Nutzung von Bürgerbussen, Rufbussen, Carsharing-Diensten, On-Demand-Mobilität, mobilen Bankfilialen und mobilen Arztpraxen. Ein Beispiel für betriebliche Mobilität wurde am Unternehmen Vaude erläutert, das unter anderem Fahrgemeinschaften beste Parkplätze, einen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr auf dem Werksgelände sowie eine Radgarage und Werkstatt bietet. Gastel betonte die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Kommunen, um Synergien zu schaffen, die sowohl den öffentlichen Nahverkehr als auch die individuelle Mobilität verbessern.

Ein weiteres Thema war die Schaffung von Tangentialverbindungen, insbesondere in Gebieten ohne Bahnverbindung. Als Beispiel wurde die X93 von Lorch nach Schwäbisch Gmünd genannt. Gastel wies darauf hin, dass es seit 2013 eine deutliche Zunahme an Zughalten in Schwäbisch Gmünd (+49% in GD) gegeben hat, da die Landesregierung vermehrt Züge bestellt hat. Dennoch besteht weiterhin Bedarf an Verbesserungen, insbesondere hinsichtlich der Anbindung des ÖPNV an den Zug, einer regelmäßigen Taktung und eines integralen Taktfahrplans für den Großraum Schwäbisch Gmünd.

Mit Blick auf das Radfahren in Gmünd wurde darauf hingewiesen, dass die Stadt im aktuellen ADFC-Ranking in puncto Fahrradfreundlichkeit schlecht abschneidet. Dies, so betonten die anwesenden Radfahrer, sollte sich schnell ändern. Ein erster Schritt sind neue geplante Radwege, darunter der neue Radweg nach Mutlangen, die zur Verbesserung der Sicherheit für Radfahrer beitragen sollen.

Abschließend wurde betont, dass der Verkehr als ganzheitliches Phänomen betrachtet werden sollte. Wenn der Autoverkehr an einem Ort reduziert wird, muss dies an anderer Stelle durch verstärkten Busverkehr, den Ausbau von Radwegen oder die Schaffung von Parkmöglichkeiten außerhalb der Kernstadt kompensiert werden. Ein solcher ganzheitlicher Ansatz zielt darauf ab, eine ausgewogene und gute Verkehrspolitik für alle Bürgerinnen und Bürger zu fördern.

 

Auf dem Bild zu sehen sind v.l.n.r.: Elmar Hägele (Kreisrat), Martina Häusler (MdL), Dario Thiem (Kreisvorsitzender), Matthias Gastel (MdB), Magdalena Gromann (Kreisgeschäftsführerin), Sabine Zilligen (Kreisvorsitzende), Sven Winkelhock (Betriebsleiter Omnibusverkehr OstalbMobil), Jan Fischer (Nachhaltigkeitsmanager Stadt Schwäbisch Gmünd), Jürgen Stemke (Rad- und Fußwegekoordinator Stadt Schwäbisch Gmünd).

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